Tag 5: Grande Finale nach Saint-Tropez

Die fünfte und letzte Etappe führte uns am Dienstag von Barcelonette ans Mittelmeer. Dabei stand als erstes der Col de la Bonette auf dem Programm, der höchste asphaltierte Pass in unseren Breitengraden mit über 2'700 m ü. M. Ein ovaler Rundkurs führt um den Gipfel, die meisten Teams liessen es sich nicht nehmen, auf dieser kleinen Zusatzschlaufe die Aussicht zu geniessen und coole Fotos zu schiessen.

Danach ging's weiter in Richtung Nizza bis zur Auffahrt zum Col de Turini. Eine Etappe der Rallye Monte Carlo findet jeweils hier statt. Wir hatten unseren Spass dabei, die Kurven hoch zu fahren. Dann folgte eine lange Abfahrt bis nach Nizza, wo wir mitten im Grossstadt-Verkehr landeten und zügig den Extrajoker für 50 weitere Autobahnkilometer einsetzten.

Schliesslich folgte der letzte Teil von Cannes nach Sainte-Tropez über die Hauptstrasse. Kurz vor der Deadline für die Zielankunft um 18 Uhr hatten wir es nach über 1'800km geschafft, die European Mountain Summit Rallye erfolgreich und pannen- sowie unfallfrei hinter uns gebracht. Es folgte ein verdienter Pastis und dann ab ins Meer bevor wir zur Rangverkündung wieder alle Teams trafen und schliesslich müde aber zufrieden unser Hotel in Le Lavandou ansteuerten. Es war jeweils ziemlich streng die Etappen in der knappen Zeit zu schaffen, aber wir haben es sehr genossen und freuen uns jetzt auf einen autofreien Tag am Meer!

Allen die unsere Reise verfolgt haben vielen Dank für das Interesse und allen die gespendet haben für unser Projekt Hilfe den Kettenmenschen in Westafrika ein herzliches Dankeschön!

Tag 4: Piemont in die Haute-Provence "Offroad"

Die heutige Etappe war die eigentliche "Offroad"-Etappe. Nachdem wir aus Alessandria kommend die Region um Turin möglichst schnell hinter uns gebracht hatten, erreichten wir wieder die Alpen im Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich.

Die erste Road Mission, der Colle delle Finestre, besteht die letzten 45 Minuten der nördlichen Passstrasse aus unbefestigter Schotterstrasse. Da unser Mégane mit Tieferlegung und grossen Tuning-Felgen nicht sonderlich Geländefreundlich ist, planten wir ursprünglich, den Colle über die befestigte südseitige Passstrasse zu erreichen und dort auch wieder herunterzufahren. Jedoch überzeugten uns einige Kenner der Rallye am gestrigen Get Together, dass der unbefestigte Abschnitt auch mit unserem Vehikel zu schaffen sein müsste. So wagten wir diese Anfahrt dann doch und meisterten schliesslich gemächlich aber problemlos diese zum Glück festgefahrene aber dennoch sehr holprige Strecke zum Pass.

Die optionalen zusätzlichen fast 40 km "Offroad-Spass" liessen wir dann aber bleiben und begaben uns auf dem einfachsten Weg zur zweiten Road Mission, dem Col d'Izoard, einer sehr malerischen und verkehrsarmen Passstrasse, unterhalb deren Scheitelpunkt wir dann auch die Tagesaufgabe erledigen konnten: 200m Fahrrad fahren oberhalb 2'000 m. ü. M. in den französischen Alpen.

Schliesslich genossen wir noch die Fahrt durch beeindruckende Schluchten, vorbei an hochragenden Felsnadeln, riesigen Festungsbauwerken und dem unerwartet schönen aber auch leeren Stausee Lac de Serre-Ponçon zu unserem Etappenziel in Barcelonette.

Morgen nehmen wir noch die Abschlussetappe nach Saint-Tropez unter die Räder.

Tag 3: Bormio nach Alessandria durch die Südschweiz

Heute erwartete uns die 3. Etappe durch die Schweiz. Entgegen der offiziellen Empfehlung aus dem Roadbook verzichteten wir auf den ersten Abschnitt über den Julierpass und St. Moritz, da wir wussten dass der Zeitrahmen heute wieder sehr eng war, zumal wir es rechtzeitig zum Day 3 Get Together im Piemont schaffen wollten. Stattdessen fuhren wir direkt das auch sehr schöne Veltlin runter und via Chiavenna den Splügenpass (die heutige Road Mission 1) hinauf in die Schweiz.

 

Für einmal war es Glück, dass wir uns beim Frühstück Zeit gelassen hatten. Denn bereits mitten im Veltlin erreichte uns per WhatsApp-Gruppe die Info, dass der Splügenpass wegen eines Radrennens bis Mittag gesperrt sei. Einige Teams mussten deshalb die Road Mission aufgeben (und Punkte verlieren) oder mehrere Stunden warten. Als wir jedoch den Splügen erreicht hatten, war die Strasse bereits wieder frei, so dass wir unsere Ziele (zumindest fast) ungehindert weiterverfolgen konnten. Allerdings ist auch am Splügen die Strasse sehr eng und steil und die weiterhin vielen Rad- und Autofahrer führten zu wiederholten Staus und steilen Anstiegen im Schritttempo.

 

Als der Splügen hinter uns lag, ging es dann aber auf der Schweizer Seite zügig vorwärts zum San Bernardino. Mehr als ein kurzes Sandwich lag beim Mittagessen nicht drin. Sehr entspannt gestaltete sich die Fahrt über den San Bernardino: da die meisten Fahrzeuge die Schnellstrasse und den Tunnel nehmen, waren auf der Passstrasse fast nur noch Rallye-Teilnehmer unterwegs. Auf der anderen Seite genossen wir die Aussicht bei der Abfahrt ins Misox und machten dann Gebrauch von einer Ausnahmeregel: Weil möglichst viele Teilnehmer rechtzeitig zum Get Together kommen sollten, hatte das OK 75 Kilometer Autobahn pro Team freigegeben. Um die dicht befahrenen Verkehrsknotenpunkte im Tessin zu umgehen, nutzten wir unsere Freikilometer zwischen Mesocco und Mendrisio und kamen so sehr zügig voran.

 

Auch in der Lombardei (Italien) wären wir ganz zügig vorangekommen, hätte uns nicht die italienisch entspannte Art zu verwalten einen Strich durch die Rechnung gemacht:

Eine wichtige Verbindungsbrücke über den Ticino an der Südspitze des Lago Maggiore war offensichtlich seit langem für Revisionsarbeiten gesperrt. Leider war dies weder frühzeitig angekündigt, noch eine Umleitung signalisiert worden, so dass wir schliesslich über 30 Minuten Zeit verloren, um einen anderen Weg zu finden. Nichtsdestotrotz erreichten wir schliesslich vor Einbruch der Dunkelheit die Villa Gropella, wo sich alle Teams zum Get Together einfanden. Bei Barbecue und kühlen Drinks liessen wir schliesslich den langen Tag ausklingen, bewunderten die schönen Young- und Oldtimer und tauschten Rallyerfahrungen aus.

Morgen geht's über Turin nach Frankreich.

Tag 2: Cortina d'Ampezzo nach Bormio über Drei Zinnen

Heute erwarteten uns 400 anspruchsvolle Strassenkilometer. Zunächst fuhren wir durch abgelegene Bergdörfer zum Naturpark Drei Zinnen/Tre Cime und genossen die eindrücklichen Ausblicke auf die steil hochragenden Dolomitengipfel und die ewig weiten überwiegend mit Nadelwäldern bewachsenen Hügel.

Fast schon nebenbei erledigten wir den Task of the day: "The Italian Job". Es galt, drei Mini Cooper, zwei Jaguar E-Type oder einen Lamborgini Miura P400 einzufangen. Die Minis waren dabei im Gegensatz zu den anderen sehr oft anzutreffen.

Dann führte unser Weg über einen kurzen Abstecher durchs Südtirol nach Cortina d'Ampezzo. Hier erwartete uns der steile Anstieg zur ersten heutigen Road Mission, dem Passo di Giau.

Weiter ging es nach einem kurzen Mittagessen über den Passo Fedaia nach Canazei. Ein kurzer aber heftiger Regenschauer liess uns das Cabrio vorübergehend schliessen.

Damit waren die Bergstrecken vorerst geschafft und wir mussten auf schnellen Landstrassen rasch viele Kilometer hinter uns bringen, um die weite Distanz noch bei Tageslicht schaffen zu können. Wir kamen aber gut voran: über Mezzolombardo ging es nach Ponte di Legno, wo uns die zweite Road Mission des Tages erwartete:

Der Passo del Gavia. Und dieser hatte es in sich: Der Anstieg war extrem steil mit bis zu 15% und sehr kurvig, die Passstrasse teilweise nur wenig breiter als ein Auto und die Strassenmarkierungen alt und verblichen. Dies wurde alsbald zum Problem, als wir die Wolkendecke auf 2'000 m. ü. M. erreichten und im Nebel die Sichtweite auf wenige Meter sank. Das ganze unter dem Zeitdruck der langsam hereinbrechenden Abenddämmerung machte die Überfahrt sehr anspruchsvoll. Zu allem übel kamen uns an den engsten Stellen erst ein breiter und flacher gelber Ferrari und später ein grosser Dodge Ram entgegen, welcher aber zum Glück gekonnt rückwärts setzte. Nachdem die Passhöhe mit grosser Anstrengung erreicht war, gestalte sich die Abfahrt nach Bormio dann glücklicherweise recht kurz und schmerzlos. Hier gönnten wir uns nach insgesamt 9 Stunden auf der Strasse noch ein leckeres Abendessen und fielen erschöpft ins zum Glück vorreservierte Hotelbett. Bis morgen auf der dritten Etappe ins Piemont!

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